Liebe auf den ersten Blick?

Wie im letzten Beitrag schon erwähnt, wartete “meine” Zoe schon auf mich. Nur wenige Tage nach meinem ersten e-mobilen Erlebnis stand also die Vergleichsfahrt in meinem potentiell zukünftigen Boliden auf dem Plan.

Dann musste ich allerdings feststellen, dass der erste Eindruck schon deutlich täuschen kann. Denn mein vermeintliches Wunschfahrzeug entpuppte sich als schonungslos rangenommene Firmenschleuder. Das offenbarte sich schon beim Anbick der Vorderreifen. Mutwillig geschundene Michelin Energy-Saver mit abgefahrenem Profil schauten mich traurig an. Ok, der Zoe hat trotz überschaubarer Pferdestärken ein nicht zu unterschätzendes Drehmoment, wie ich bei meiner ersten Probefahrt ja schon feststellen durfte. Ich schiebe das also auf die Beschleunigung und gehe davon aus, dass die Bremsen sich nicht in einem ähnlich erbärmlichen Zustand befinden.

Also mache ich die Tür auf und atme einen Schwall von – nein, nicht Neuwagengeruch, wie auch bei 35000 km Fahrleistungen nicht zu erwarten war – Zigarettenabgasen ein. Das ist also mein neuer Zero Emission, was sich hinter der Renault-Abkürzung ZE verbirgt. Hmm, das trifft es jetzt nicht ganz.

Aber ich gebe dem kleinen schwarzen eine Chance, fahre auf einen ruhigen Parkplatz, wo ich ihn mir genau ansehe. Die Firmenaufkleber werden ja sicherlich rückstandsfrei entfernt. Ob das auch für die Lackschäden und Kratzer an Türfalzen und Ladekante gilt?

Ich will nicht ungerecht sein, die Aufbereitung wurde mir versprochen und wird sicherlich einiges bringen. Der Innenraum präsentierte sich in einem guten Zustand. Nach der Probefahrt wurde mir dann allerdings auch noch ein Reperaturbericht von einem “Parkrempler” vorgelegt. Ich habe mich über derartige Arbeiten informiert, sind nicht weiter tragisch, nur der Stoßfänger und ein Scheinwerfer. Trotzdem verschlechtert das das Gesamtbild weiter.

Dann kamen wir zur gleichzeitig zu meiner Probefahrt durchgeführten Bewertung meines Megane Grandtour GT TCE190. Leider kamen wir da überhaupt nicht zusammen. Die Lücke, die zwischen dem Händlerangebot und meinem Anspruch klaffte, war gewaltig, Wo wir schon von französischen Autos sprechen, waren Sie schon mal im Zentralmassiv östlich der Rhone? Schlucht von Verdon und Co? Da können Sie viele solcher Abgründe sehen, wie sie sich hier gerade auftaten.

Wir verblieben also so, dass das Fahrzeug ein paar Tage auf mich reserviert wurde – ich war ja immer noch interessiert – und ich bemühte mich, meine Verkaufsanstrengungen des Megane zu intensivieren.

Nichtsdestotrotz hielt ich weiter die Augen offen und stieß so auf einen deutschen Importhändler in Frankreich, der zufälligerweise seine Lieferadresse in Deutschland nur eine Viertelstunde von meinem Wohnort entfernt hat. Da könnte doch noch etwas gehen….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.