6. Norddeutsches E-Community-Treffen in Zarpen

Kai Fischer, Vorreiter in Sachen regenerative Energien und E-Mobilität aus dem Kreis Pinneberg, und sein Organisatonsteam hatten gerufen und alle waren sie gekommen.  Über 100 elektrisch angetriebene Fahrzeuge standen auf der Meldeliste für das 6. Norddeutsche E-Community-Treffen in Zarpen bei Lübeck. Und die große Wiese, die zum Parkplatz umfunktioniert wurde, war ab 10 Uhr gut gefüllt. Erste Reihe für Renault Zoe, zweite Reihe für Tesla Model S und die dritte Reihe für alle anderen Fahrzeugtypen. In der vierten Reihe durften die parken, die noch nicht elektromobil unterwegs sind, sich aber ernsthaft für das Thema interessieren oder einfach nur neugierig waren.

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Am häufigsten vertreten in Zarpen: Renault Zoe

Zwei Schnellladepunkte waren eigens für die teils weit angereisten E-Mobilisten eingerichtet worden. Der weiteste von ihnen kam übrigens aus der Schweiz und erhielt für seinen Einsatz eine kleine Aufmerksamkeit. Genauso, wie das ungewöhnlichste Elektroauto, ein für teures Geld umgebauter Volkswagen Passat.

Die Vorträge drehten sich um die Themen Erfahrungen mit der Elektromobilität, Klimaneutralität der E-Autos, Drehmoment und Beschleunigung am Beispiel von E-Bikes, einer E-Ralley von Norddeutschland bis zu den Vereinten Nationen in Genf, die Auswirkungen und Hintergründe der Feinstaubbelastung sowie über die Schwierigkeiten, eine gemeindeeigene Ladesäule zu planen und von den politischen Gremien genehmigen zu lassen.

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Zoes und Teslas, Heck an Heck

Neben vielen netten Bekanntschaften zog ich ein durchweg positives, aber auch kritisches Fazit dieser Veranstaltung: Ich habe mit meiner Einstellung zu regenerativen Energien und der E-Mobilität den ideellen Gedanken hinter der Materie umfassend verinnerlicht. Allerdings musste ich aus den Erfahrungsberichten auch die Erkenntnis ziehen, dass die breite Masse noch nicht bereit für ein Umdenken ist.

Was man nicht sieht, stört auch nicht weiter.  Das fiel mir heute wieder auf, als ich auf Facebook die ausschweifende Diskussion um ein Alkoholverbot auf den öffentlichen Plätzen Lübecks las. Da ging es immer wieder um die Obdachlosen, die das Stadtbild verschandeln und nicht ins moralisch gutbürgerliche Bild passen. Von der Vorbildfunktion für die Kinder ganz zu schweigen. Die Schuld bei anderen zu suchen, ist immer am angenehmsten.

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Tesla Model S ebenfalls zahlreich vertreten

Wie wohl die Reaktionen wären, wenn man den Schadstoffausstoß sehen könnten, den die tonnenschweren “Kinderwagen” auf dem 2 km langen morgendlichen Schulweg ausstoßen und den die Kleinen auf dem Schulhof einatmen.  Man fragt sich, wo hier die Vorbildfunktion und die Verantwortung für den Nachwuchs bleiben. Diese scheitern dann an ein paar Euros vermeintlich erhöhten Investitionsaufwands. Da ist uns unsere Gesundheit und die Zukunft unserer Umwelt dann zu teuer.

Eine solche Veranstaltung könnte vielen Menschen die Augen öffnen, was wir mit unserem Verhalten in nur wenigen Jahren anrichten. Eines dürfen Sie mir glauben: Ich gehe kritisch in solche Veranstaltungen und nehme nicht alles sofort für bare Münze, was dort mitgeteilt wird. Denn ich weiß, wie schnell die Begeisterung für ein solches Thema zu schwarz-weiß-Malerei führen kann. Aber ich durfte angenehmerweise feststellen, dass auch kritische Themen wie der höhere Aufwand bei der Produktion von Elektro-Autos berücksichtigt wurde.

 

 

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