Bald kann jeder entspannt auf große E-Reise gehen

Vor ziemlich genau einem Jahr brach ich auf zu meiner ersten Langstreckenreise mit dem E-Auto. Die wichtigste Erkenntnis, die ich damals machte, war, dass das Reisen wesentlich entspannter wäre, wenn alle Raststätten an deutschen Autobahnen mit Lademöglichkeiten für E-Mobile ausgestattet wären.

Ladesäule Tank und Rast
Ladesäule Tank und Rast

Inzwischen hat sich die Situation signifikant verbessert. Tank und Rast berichtet auf seiner Homepage über die bald abgeschlossene flächendeckende Versorgung mit Schnelllademöglichkeiten. Alle 30 km solle der E-Mobilist auf den deutschen Autobahnen seinen Akku in 20 bis 30 Minuten wieder aufladen können, heißt es auf der Homepage. Mit wachsenden Akkugrößen stimmt diese Zahl zwar nicht mehr, aber grob lässt sich sagen, dass 250 km in einer Stunde an diesen Ladestationen nachgeladen werden können. Umgerechnet bedeutet das eine einstündige Pause alle ca. 3 Stunden.

Damit verliert das E-Auto-Fernreisen seinen abenteuerlichen Charakter und bewegte sich auf einen alltagstauglichen Zustand zu. Positiver Nebeneffekt dieser vermeintlichen Schwäche des E-Autos: Die Geschwindigkeiten gleichen sich mehr und mehr an. Denn E-Autos werden mit steigendem Tempo deutlich ineffizienter. Und das Reisen wird durch regelmäßige “Zwangspausen” entspannter. Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe es bereits mehrfach feststellen können.

Gerade in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden Württemberg sind die Lücken schon geschlossen. Im Norden und Osten gibt es noch erheblichen Nachholbedarf. Es ist aber davon auszugehen, dass bis Sommer 2018 auch diese Lücken mehr und mehr geschlossen sind.

Damit verdichtet sich die Infrastruktur weiter hin zu dem Zustand, der den nächsten Impuls für die Verbreitung der E-Mobilität bringt. Schnelllademöglichkeiten an den Fernreisestrecken und ein dichtes Netz an mittelschnellen Ladesäulen im innerstädtischen Bereich an den Orten des täglichen Bedarfs. Gepaart mit Akkureichweiten um 300 km dürften sich vor dem Hintergrund der Unsicherheit um die Zukunft und den Werterhalt der Dieseltechnologie in den kommenden Monaten viele neue Interessenten für die E-Mobilität finden lassen.

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