Besuch in der Hauptstadt der Elektomobilität

Tusen Takk, Oslo – Vielen Dank, Olso. Mein Dank an die norwegische Hauptstadt gilt nicht nur dem herrlichen Winter-Sonnentag, den wir am altehrwürdigen Holmenkollen bei Skisprung und Langlauf inmitten zehntausender sportbegeisterter Norweger verbringen durften. Vielmehr zeigte uns die Metropole an der skandinavischen Südküste, wie es mit der Elektromobilität auch bei uns in Deutschland weitergehen kann.

Unzählige E-Autos nutzen den Ladepark in Oslo

Ich hatte ja schon gehört, dass in Norwegen jedes dritte Auto von einem Elektromotor angetrieben wird. Aber so recht glauben kann man das ja nicht. Doch schon, als wir die Fähre verließen, standen zahlreiche Taxis mit einem EL-Kennzeichen – augenscheinlich das norwegische Pendant zu unserem E-Kennzeichen – am Fähranleger.

Und in der Innenstadt kamen wir aus dem Staunen kaum heraus. Hauptsächlich Tesla Model S und Nissan Leaf standen und fuhren hier Stoßstange an Stoßstange. Das häufigste von uns wahrgenommene alternativ angetriebene Fahrzeug war aber der Hybride Toyota Prius, der auch gerne als Taxi genutzt wird.

Also haben wir uns gedacht, dass all diese Elektrofahrzeuge doch auch irgendwo öffentlich laden müssen und machten uns auf die Suche. Lange dauerte es nicht. Eine Seitenstraße des Rathausplatzes im Zentrum Oslos offenbarte uns diesen ersten Anblick:

Vier Ladesäulen in einer Straße im Zentrum von Oslo

Hier stehen gleich mehrere Ladesäulen mit Schuko-Stecker und vermutlich 3,7 kW Ladeleistung. Der Norweger kann hier während der Arbeit laden. Das ist schonmal ein guter Anfang. Nur einige Gehminuten weiter fühlten wir uns dann allerding wie im Paradies. Erste Vorboten des wohl größten Ladeparks weltweit waren zahlreiche Elektroautos in Reihe geparkt. Kurz darauf konnten wir dann folgende Aufnahmen schießen:

Ladesäulen im Ladepark im Zentrum von Oslo

Ich bitte die schmutzigen Autos zu entschuldigen, aber wir konnten die nicht alle vorher putzen 😉 Auf der linken Seite stehen hier 8 Ladesäulen zum langsamen Laden und auf der rechten Seite noch einmal 6 schnellere Säulen. Also insgesamt 28 Ladeplätze. Und alle waren sie belegt.

Schnellladesäulen in Reihe

Wie wir später bemerkten, befindet sich in unmittelbarer Umgebung noch ein Parkhaus für Elektroautos mit insgesamt 86 Lademöglichkeiten mit 3,7 kW. Insgesamt hält dieser Ladepark also 114 Lademöglichkeiten vor, die parallel genutzt werden können. Und das in unmittelbarer Nähe zum Zentrum der Hauptstadt.

Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass Oslo eine sehr leise Stadt ist. Der innerstädtische Nahverkehr wird komplett durch elektrische Straßenbahnen und Wasserstoff-Busse realisiert. Die zahlreichen E-Autos tun das ihrige dazu. Da kann man schon ins Schwärmen kommen. Die Skandinavier machen vor, wie es geht. Mit der hiesigen Politik und Automobilwirtschaft wird es aber wohl noch ein weiter Weg sein, bis wir dorthin kommen. Realistisch geschätzt haben wir wohl einen Blick in das Deutschland des Jahres 2030 geworfen. Ich kann sagen: Es hat sich gelohnt.

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