Das ideale Elektroauto

Seit über einem Jahr bin ich jetzt mit meinem Renault Zoe unterwegs. Ein einfach zu bedienendes Elektroauto, das mir bislang nie den Dienst versagt hat und mit dem ich auch sehr zufrieden bin. Meist benutze ich den Zoe nur für den Nahverkehr. Pendelstrecke zur 35 Kilometer entfernten Arbeitstätte, Einkaufen, Freizeitaktivitäten. Zuletzt war ich aber mehrfach auf Langstrecke unterwegs und während ich so entspannt von Schnelllladestation zu Schnellladestation vor mich hin stromerte, hatte ich einige Zeit, mir Gedanken zu machen, wie mein persönlich ideales Elektroauto aussehen müsste. Und das ist dabei heraus gekommen:

Meine letzten Fahrzeuge waren durch die Bank weg Kombis. Große flache Ladefläche, sportliches Aussehen und schneller Vortrieb waren dabei die entscheidenden Kriterien. Jetzt fahre ich ein Fahrzeug, das eine Klasse niedriger spielt. Kapazitätsprobleme hatte ich dabei bislang ebenso wenig, wie ein Bedürfnis nach mehr Beschleunigung. Die Sportlichkeit wurde durch das gute ökologische Gewissen um meine Vorreiterrolle und eine ganze Menge entspannten Fahrspaß ersetzt.

Zugegeben, wir haben keine Kinder, meist sitze ich alleine oder zu zweit  mit meiner besseren Hälfte im Auto. Dafür ist der Zoe allemal groß genug. Zumal mit umgelegter Rückbank auch das Ladevolumen des kleinen Franzosen schon sehr ausgeprägt ist.

Die Reichweite von 180 km im Sommer und 100 km im Winter reicht mir in den meisten Situationen auch voll und ganz aus. Einzig auf Langstrecke dürfte es ein wenig mehr sein. Denn mit 100 km/h auf der rechten Spur muss auch nach spätestens 125 km die nächste Säule angefahren werden. Eine Empfehlung des TÜV Rheinland sagt jetzt, dass nach 2,5 Stunden Fahrt eine viertelstündige Pause eingelegt werden sollte. Was bedeutet das übertragen auf mein E-Auto?

In 2,5 Stunden schaffe ich auf deutschen Autobahnen maximal 300 Kilometer, realistischer sind eher 250. Damit sind wir im Reichweitenbereich des neuen Zoe. Mit seinem 41 kWh fassendem Stromspeicher schafft der Franzose diese Distanzen bei moderater Fahrweise. Einzig ist er in 15 Minuten nicht wieder voll aufgeladen, da seine Ladeleistung mit dem AC-Lader auf maximal 43 kW begrenzt ist.

Und somit kommen wir zur Wunschkonfiguration meines E-Autos 2.0: Größe des Zoe ist für ein kinderloses Paar in aller Regel ausreichend. Akkukapazität von 41 kWh ist ebenfalls gut bemessen. Und bei den Lademöglichkeiten wäre mein Wunsch, im Alltag an den Orten meines Aufenthalts mit 11 bis idealerweise 22 kW an AC laden zu können und für die Fernfahrten auf eine Lademöglichkeit an DC mit 50 + x kW zurückgreifen zu können. So sind meine Ladestopps unterwegs überschaubar und beim sogenannten Destination Charging kann ich in zwei Stunden wieder voll aufgeladen losrollen. Zuhause und beim Arbeitgeber darf es auch mit etwas weniger Leistungsaufnahme am Wechselstrom gehen.

Außerdem steht die Zukunft von flächendeckenden 43 kW AC-Ladern in den Sternen, da der Zoe derzeit das einzige verbreitete Elektroauto ist, der zumindest in einigen Varianten diese Aufnahmekapazität anbietet. Auf meinen Fernreisen  muss ich immer mal wieder auf 22 kW zurückgreifen, weil 43 kW über z.T mehr als 150 km nicht zur Verfügung stehen.

Liebe Hersteller, wer baut mir innerhalb der nächsten fünf Jahre dieses Auto in einem vernünftigen Preissegment?

Klar angemerkt sei hierbei, dass es dabei nur um meine rein persönlichsten Bedürfnisse geht. Aber ich denke, die Kombination von AC mit mittlerer Leistungsaufnahme und DC mit hoher Leistungsaufnahme macht für die meisten Anwedungsgebiete durchaus Sinn.

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