Das Warten hat ein Ende – Ich bin jetzt E-Mobil

Zwei Wochen musste ich warten seit der Unterzeichnung des Kaufvertrags für meinen neuen E-Mobilisten, bis ich ihn endlich in Besitz nehmen konnte. TÜV, Inspektion, neue Vorderreifen, Spur neu eingestellt und neue Rücksitzbank waren abgehandelt, also ging es am frühen Morgen zur Zulassungsstelle. Runde 250 Elektroautos gibt es im Kreis Pinneberg, meines ist also nicht das Erste. Allerdings war meine Zulassung die E-Kennzeichen-Premiere der jungen Dame am Schalter. “Müssen die Bankdaten mit angegeben werden? Steuern kostet er ja nicht!” – “Doch müssen sie. Nach zehn Jahren ist die Steuerbefreiung zuende.”

Schließlich hat doch alles reibungslos geklappt und ich kann mit den beklebten Schildern zum Händler fahren. Bisher war ich es gewohnt, Blumen oder Sekt zur Fahrzeugübergabe zu erhalten. Dieses Mal gab es Chili-Salz der Marke Renault. Passt, ich bin passionierter Griller und liebe scharfes Essen. Damit kann ich etwas anfangen.

Viel wichtiger aber war doch, dass Zoe voll geladen übergeben wurde. Damit hatte ich allerding auch sicher gerechnet, denn alle ZE-zertifizierten Renault-Händler stellen öffentliche Wallboxen zum Aufladen zur Verfügung. Also konnte ich gut vorbereitet in meinen erste Tag als E-Mobilist starten.

Anfänglich verunsicherten mich die im Display angezeigten 102 km Reichweite schon ein wenig. Der sollte doch eigentlich viel mehr schaffen. Habe ich eine müde Krücke erwischt? Die Probefahrt hatte doch noch ganz anderes vermuten lassen. Aber die ersten Autobahnkilometer sorgten für Beruhigung. Im Gegensatz zu den ansteigenden gefahrenen Kilometern verringerte sich die Reichweiten-Prognose kaum. Und so erreichte ich im Laufe des Tages eine Summe aus gefahrenen Kilometern und zu erwartender Restreichweite von über 140 km.

Jedoch endete mein Reichweiten-Experiment früher als erwartet. Doch der Reihe nach: Ich hatte meinen ersten Ladestop an der Clever-Station bei Famila in Quickborn-Heide eingelegt. Nach 20 Minuten war der Akku wieder voll.

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Mein erster Ladevorgang

In der Zeit, in der ich mich mit dem Bordcomputer beschäftigte, wurde ich von zwei Interessierten jungen Männern und einem Dieselfahrer, der sich Sorgen macht, dass er seinen Diesel in 6 Jahren noch vernünftig verkauft bekommt angesprochen und einmal wurde über mich gesprochen. Wortfetzen: “Reichweite” und “in den Skiurlaub kannte damit vergessen.” Ordentliche Quote.
Dann wollte ich die Ladesäule in Henstedt-Ulzburg von Senyah-Energy austesten. Die zeigt laut Internetberichten schon seit Wochen einen Fehler an. Und tatsächlich stand im Display Error, aber ich habe Zoe trotzdem mal angestöpselt. Über die Prüfung kam Zoe aber nicht hinaus. Als ich wieder abstöpselte, zeigte Zoe “Batterieladung nicht möglich” und die Warnsymbole darunter an. Ich glaubte, davon im Internet schonmal gelesen zu haben und dass die Meldung nach einer Viertelstunde Standzeit wieder verschwindet. Also sind wir erstmal Essen gegangen. Aber auch danach war die Meldung noch da. Also ab zum nächsten Renaulthändler. Hier waren alle schon im Wochenende. Also habe ich Zoe an die dortige Ladestation angeschlossen. Uns schwups, nach kurzer Prüfung ging das Laden unter ohrenbetäubendem Lärm los. Lüfter für den heißen Akku? Heute hier im Norden extrem schwül. Inzwischen weiß ich, dass der Feher dadurch beseitigt werden kann, dass man Zoe einmal abstöpselt, kurz wartet und dann wieder anschließt. Dann funktioniert das Laden wieder reibungslos.

Nachdem der Akku wieder voll war, fuhren wir nach Hause und beendeten den ersten Tag E-Mobilität. Fazit: Ein E-Auto macht Spaß, Technikfreaks werden auf ihre Kosten kommen. E-Autos sind sehr kommunikativ.

 

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