Die eigene Tankstelle auf dem Dach

8,64 kWp 10° aufgeständert in Ost-West-Ausrichtung
8,64 kWp 10° aufgeständert in Ost-West-Ausrichtung

Die Ökobilanz eines E-Autos wird durch verschiedene Faktoren negativ beeinflusst. Zum einen die zur Herstellung benötigte Energie, zum anderen die Erzeugung des Fahrstroms. Ersteres ist stark abhängig vom nationalen Energiemix. Zumindest zweiteres kann aber der Verbraucher selbst beeinflussen. Das haben wir uns auch gesagt, und haben uns dazu entschieden, die Energiewende in die eigenen Hände zu nehmen. Wir haben uns eine Photovoltaikanlage auf das Dach setzen lassen. Und um noch einen Schritt weiter zu gehen, haben wir gleich noch einen Hausspeicher dazu genommen.

Neben der Freude an der eigenen Stromerzeugung hat die Photovoltaik zwei hauptsächliche Profiteure: Den eigenen Geldbeutel und die Umwelt. Denn die solare Stromerzeugung lohnt sich für beide Faktoren.

In unserem Fall haben wir das Dach mit 8,64 kWp belegen und dazu einen Speicher mit 9,3 kWh im Keller verbauen lassen. So können wir auch nachts den eigen produzierten Strom verbrauchen und sind zumindest im Sommerhalbjahr nicht auf Netzbezug angewiesen. Die Überschüsse laden wir in unseren Renault Zoe.

Hauskraftwerk mit zwei Wechselrichtern und dem Hausspeicher mit 9,3 kWh Kapazität
Hauskraftwerk mit zwei Wechselrichtern und dem Hausspeicher mit 9,3 kWh Kapazität

Das klappt für uns gut, da wir quasi auf ein manuelles Smart Grid zurückgreifen können. Es ist eigentlich immer jemand zuhause, der die Verbraucher bei viel Sonneneinstrahlung einschalten kann. Noch besser funktioniert das mit einer automatischen Steuerung. Dafür müssen aber alle Verbraucher ausgelegt sein. Die nächste Generation unserer Haushaltsgeräte und Wallboxen ist dafür sicherlich vorgesehen. Die Anlage könnte die Verbraucher heute schon gem. zur Verfügung stehender Strommenge steuern, sogar mit integrierter Wettervorhersage. Wenn mittags Sonnenschein angesagt ist, werden die großen Verbraucher dann erst angeworfen.

Weiterer Vorteil bei uns: Wenn die Sonne scheint, sind wir mit dem Fahrrad unterwegs und können das Auto zuhause aufladen. Diese Möglichkeiten hat sicherlich nicht jeder, zumindest nicht unter der Woche. Aber auch am Wochenende kann genug Energie erzeugt werden, um das Auto für die wöchentlichen Pendelwege aufzuladen.

An zwei sonnigen Sommertagen erzeugen wir z.B. rund 100 kWh Sonnenstrom, von denen 80 kWh Überschuss sind, die ins Auto geladen werden können. Bei einem Verbrauch von 15 kWh/100 km sind das rund 500 km Fahrleistung.

Die PV-Module sind an einem Tag auf dem Dach montiert
Die PV-Module sind an einem Tag auf dem Dach montiert

Sicherlich sind das eher theoretische Überlegungen. Die Sonne scheint nicht immer, wenn man sie braucht, und auch das Auto wird am Wochenende gerne für Ausflüge genutzt. Aber das Prinzip, eine Ladestation mit Photovoltaik zu betreiben, funktioniert auch beim Arbeitgeber oder an großen Ladeparks (ehemals bekannt als Tankstellen).

Zur bedarfsgerechten Beladung unseres Zoe haben wir uns eine Starkstromsteckdose mit 16 A installieren lassen. So können wir über die mobile Wallbox zwischen einer Ladeleistung von 2,3 bis hin zu 11 kW wechseln. Wenn die Sonne scheint, können wir das Fahrzeug mit 3,8 kW laden, dazu reichen die Überschüsse der Photovoltaik aus. Und wenn mal eine Wolke durchzieht, wird das über den Speicher überbrückt. Netzbezug ist so im Sommer kaum notwendig.

Die Zapfsäule vor der eigenen Haustür
Die Zapfsäule vor der eigenen Haustür

Nun müssen die Erfahrungen mit der neuen Photovoltaik-Anlage zeigen, über welchen zeitlichen Rahmen wir den Begriff Sommer definieren können. In den dunklen Monaten November bis Februar ist sicherlich die große Flaute angesagt. Und auch im März/April sowie September/Oktober wird das Prinzip nur partiell umsetzbar sein. Aber für die Zukunft wäre es wünschenswert, wenn dann langzeitgespeicherte Sommerüberschüsse (z.B. Power to Gas) zur Energieversorgung genutzt werden könnten.

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