Die erste Probefahrt – meine Eindrücke

Wenn man im Speckgürtel einer Großstadt wohnt, hat das seine Vorteile. So zum Beispiel, dass man im klassischen lokalen Handel eine große Auswahl an Produkten vor der Haustür hat – auch im Gebrauchtwagensegment. Schnell hatte ich neue interessante Angebote für gebrauchte Zoes im Internet gefunden und mir gleich einen Termin für eine Probefahrt geholt.

Durch den Verzicht auf die Neuwagensubvention, die ja ein urpsrünglicher Impuls gewesen war, war ich natürlich bei den Gebrauchten auch recht wählerisch geworden. Das Angebot meiner Wahl hatte in drei Jahren rund 20000km zurückgelegt und lag preislich nicht so weit von den Life-Modellen des ersten Hädlers entfernt. Hier natürlich in der Intens-Variante.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass viele meiner Impuls-Vorgänger ihre Zoe in Frankreich als Import gekauft haben. Hat den Vorteil, dass im Land, in dem die Götter speisen, schon lange eine Subvention dieser Fahrzeuge existiert und diese als Gebrauchte auch deutlich vergünstigt angeboten werden. Wie aber auch zu lesen ist, ist der Aufwand bei solch einem Geschäft enorm hoch. Ich erspare mir den Aufwand und die Bürokratie an dieser Stelle. Ich war schon immer ein Freund davon, die regionale Wirtschaft zu unterstützen. Auch hier kann man für beide Seiten akzeptable Preise heraushandeln.

Ich hatte den Verkäufer also angeschrieben und bekam auch schnell einen telefonsichen Rückruf, sehr höflich und service-orientiert. So mag ich das. Wir vereinbarten einen Termin zur Probefahrt, der mir kurz später noch einmal schriftlich bestätigt wurde.

Nun rückt sie also näher, meine erste Fahrt in einem Elektroauto. Ich hatte ja schon einiges über das entspannte, leise Dahingleiten wie auch über die enormen Beschleunigungswerte dieser Autos gelesen.

Während meine Probefahrt vorbereitet wurde, klopfte der Verkäufer meine Impulse zum Umstieg in die E-Mobilität ab und fing damit sehr zögerlich an. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurden mir die Gründe klar. Denn als ich ihm schon sehr früh signalisierte, dass ich den ideologischen Charakter dieses Umstiegs durchaus verinnerlicht hatte, und mir davon kein wundersames Sparpotential versprach, wirkte er deutlich erleichtert und überraschte  mich mit dem Satz: “Kunden wie Sie lieben wir!”

Ich konnte ihn nur zu gut verstehen, als er mir berichtete, dass seit Bekanntmachung der Subvention das Telefon nicht mehr stillstand. Einige Kunden wollten den geldwerten Vorteil auch auf Gebrauchtwaren angewandt wissen, andere wiederrum hatten sich den Erwerb einer Twizy mit Subvention bis hin zum Nulltarif schöngerechnet Daher sei an dieser Stelle gesagt:

Die Subvention gilt nur für Kraftfahrzeuge als Neuwagen und Tageszulassungen und die Twizy ist kein Kraftfahrzeug sondern ein Quad und wird damit nicht subventioniert!

Das war ich meinem sehr freundlichen und zuvorkommenden Verkäufer und all seinen Kollegen an dieser Stelle einmal schuldig. Leider sind die Medienschaffenden in diesem Punkt der Informationsverbreitung ebenso schlusig, wie beim Einholen neuester technischer Daten von Elektrofahrzeugen.

Aber zurück zur Probefahrt. Leider war das Modell meiner Wahl noch am selben Tag von einem anderen Verkäufer an den Mann oder die Frau gebracht worden. So musste ich nun doch mit dem ungeliebten Life-Modell vorlieb nehmen. Aber um einen ersten Eindruck von der elektrischen Fortbewegung zu bekommen, sollte das ausreichend sein.

Ich legte also den Hebel auf D wie drive und schon rollte die Zoe los. Wie bei einem Automatikgetriebe eben. Eigentlich wollte ich mir diese Art der Kraftübertragung ja für das Rentenalter aufsparen, aber was solls, fange ich halt jetzt schon damit an.

Ich will meine Probefahrt jetzt nicht en detail beschreiben, aber hier die wichtigsten Eindrücke:

  • Die Beschleunigung ist in der Tat beeindruckend. In keinem Fall schwächer als in meinem 190PS-Megane, eher noch stärker.
  • An das Rekuperieren – die Energierückgewinnung durch Bremsen oder rollen lassen (lat. recuperare – wiedererlangen, wiedergewinnen) – muss ich mich erst noch gewöhnen. Ich fahre zwar auch im Megane durch Schubabschaltung energiesparend, jedoch bewirkt die Rekuperation ein deutliches Abbremsen des Wagens auch ohne Betätigen des Bremspedals. Da wundert es mich nicht, dass die Bremsen bei E-Fahrzeugen deutlich weniger abgenutzt werden und in die Wirtschaftlichkeitsrechnung mit einbezogen werden müssen.
  • Leider konnte ich die Probefahrt nur in der Großstadt machen, daher blieb mir der Eindruck des lautlosen Dahingleitens ein wenig verwehrt. Allerdings kann ich in etwa erahnen, was meine Vorreiter so begeistert.
  • Vom Platzangebot muss sich Zoe hinter keinem Klassenkonkurrenten verbergen. Einzig die Beinfreiheit vorne könnte etwas besser sein. Mit 180cm Körpergröße bin ich wahrlich nicht überdimensioniert, musste den Fahrersitz aber bis ganz hinten zurückschieben, um bequem sitzen zu können. Das sollte jeder für sich individuell überprüfen.
  • Über die Anmutung des Life-Innenraums hatte ich mich in älteren Berichten schon geäußert, dazu jetzt nicht mehr.

Insgesamt hat mich die Probefahrt überzeugt. Und auch das passende Fahrzeug für mich war just an diesem Tag eingetroffen. Eine schwarze Zoe EZ 11/13 mit 36000km auf der Uhr und in genau der Ausstattung, wie ich sie will. Ein Intens mit Mittelarmlehne und dunklem Armaturenbrett. Die helle Ausführung spiegelt sich nämlich unschön in der Windschutzscheibe, was zu einem dauerbeschlagenen Gefühl in der Zoe führt. Einige meiner Blogger-Kollegen haben sich darüber ausführlichst ausgelassen, ich versuche, aus ihren Erfahrungen zu lernen und das gleich zu vermeiden.

Wie mir einen Tag später mitgeteilt wurde passt auch der Preis für den Intens in meinen Plan, nun muss nur noch die Bewertung meines Megane das richtige Ergebnis bringen, dann könnte aus meinem ersten Impuls schnell der große Schritt in Richtung eines ganz neuen Fahrgefühls werden.

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