Eine Strecke – zwei Jahreszeiten (St. Peter Ording im Sommer und Winter)

Wenn es uns mal wieder zu viel mit dem Arbeitsstress wird, dann verabschieden wir uns gerne mal für drei Tage an die Nordseeküste und verbringen eine entspannte Zeit in einem gemütlichen Hotel in St. Peter Ording.

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An der Ladesäule in St. Peter Ording

Zuletzt hatten wir das im Sommer bei schönstem Wetter getan. Und zum Start in das neue Jahr entschlossen wir uns wieder einmal zu diesem Kurztrip. Die einfache Strecke bis zum Weltkulturerbe Wattenmeer beträgt 150 km und wäre mit etwas Disziplin mit dem kleinen Akku im Zoe – das neue Modell R90/Q90 ist inzwischen mit 41 kWh-Akku orderbar – ohne Zwischenstopp zu bewältigen. Allerdings mangelte es im Sommer noch an Lademöglichkeiten in dem Ferienort an der Westküste Eiderstedts.

Außerdem fließe ich gerne im Verkehr mit. Und so bietet sich der Schnelllader bei Famila in Heide als Zwischenstopp an. 100 km sind das genau von unserer Haustür aus und erlaubt im Sommer so ein entspanntes Fahren mit 120 km/h. Auch auf dem Rückweg machten wir dort Station und hatten so die Gesamtfahrstrecke von 300 km in drei gleichgroße Teilstücke aufgeteilt.

Anfang Januar hatten wir allerdings keine 25 Grad mehr, sondern für norddeutsche Verhältnisse schon fast rekordverdächtige -7 Grad. Wie im Sommer starteten wir vollgeladen. Aber schnell wurde klar, dass eine Reisegeschwindigkeit von 110 km/h nicht bis Heide reichen würde. Also planten wir einen Zwischenstop in Itzehoe an der Sparkasse ein. Doch leider hatte der Starkregen der vergangenen Tage die Säule außer Betrieb gesetzt. Eine weitere Säule in Itzehoe konnte nur mit der RWE-App genutzt werden. Diese hatte ich bislang noch nicht eingerichtet und hatte jetzt auch keine Lust dazu. Also beschlossen wir, dass wir es bis Heide schaffen.

Eigentlich wollte ich das nicht mehr machen: aber wir klemmten uns mit 90 km/h hinter einen LKW und erreichten so den Triple-Charger in Heide mit 5 km Restreichweite. Da die Reichweitenanzeige im Zoe sehr genau ist und man mit der Reichweite auch je nach Fahrprofil spielen kann, machte ich mir schnell keine Sorgen mehr, dass wir das schaffen werden.

Eine Kaffe und ein Brötchen später nahmen wir die Fahrt wieder auf und erreichten St. Peter Ording nach rund 2,5 Stunden Fahrt. Im Sommer hatten wir das Dorf noch mit dem Fahrrad erkundet. Dafür war es jetzt eh zu kalt und so fuhren wir emissionsfrei mit dem Zoe zur Touristinfo, wo sich eine von zwei Ladesäulen befindet, die inzwischen in St. Peter Ording installiert wurden.

Die 11 kW Ladeleistung reichte uns aus für einen ausgeprägten Spaziergang über das Watt und natürlich für ein Fischbrötchen. Nach drei Stunden kehrten wir zu einem vollgeladenen Zoe zurück. Vielen Dank für diesen Service. Neben 30 ct pro kWh über die The New Motion-Ladekarte fielen keine weiteren Parkgebühren an. Einzige Kritikpunkte: Man sollte auf die Säule schon an der Schranke hinweisen, da der ortsunkundige E-Mobilist nicht auf gut Glück ein Ticket an der Schranke zieht, in der Hoffnung, dahinter die Ladesäule zu finden. Und ein Erreichen der Säule ist nur möglich, wenn ein normaler Parkplatz frei wird, da ansonsten die Schranke nicht öffnet.

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Das Wattenmeer an einem traumhaften Wintertag

Auf dem Heimweg haben wir wieder an der Säule in Heide geladen und nutzten die Zeit zum Einkaufen. Allerdings mussten wir bei der Rückkehr feststellen, dass es heute auf Grund der niedrigen Temperaturen und der kurzen Autobahnstrecke nicht so schnell ging. Noch schlimmer: Der Ladevorgang wurde mit zunehmendem Fortschritt immer langsamer. Also brachen wir bei 80 Prozent ab, man wird ja schon eine Möglichkeit finden.

Diese sollte aber autobahnnah sein. Ich habe keine Lust, einen Umweg von mehr als 10 km in Kauf zu nehmen, um eine Lademöglichkeit anzufahren. Die vier Ladesäulen in Elmshorn sind alle in öffentlicher Hand und Freitags ab 12 Uhr nicht mehr benutzbar. Eine Fehlinformation, wie ich inzwischen weiß. Denn die Säule am Kreishaus in Elmshorn ist auch außerhalb der behördlichen Öffnungszeiten per SMS nutzbar.

Nichtsdestotrotz fanden wir eine Lademöglichkeit bei einem Elektrobetrieb in Rellingen und konnten so die Fahrt nach kurzer Pause fortsetzen.

Fazit: Man muss sich auf ein anderes Autofahren mit dem E-Auto im Winter einstellen. Schaffe ich im Sommer auf meinem Arbeitsweg im Eco-Modus 190 km, so ist im Winter bei Temperaturen um Null Grad bei  115 km Schluss. Für mich aber trotzdem noch kein Grund, nach einem größeren Akku zu streben. Inzwischen ist das Ladenetz in weiten Teilen Deutschlands so dicht, dass ein Liegenbleiben kaum noch möglich ist. Dennoch fehlt es noch an den Reise-Säulen auf den Hauptverkehrsachsen. In diesem Fall hätte ein weiterer Triplecharger an der A23 in Höhe Elmshorn/Itzehoe die Fahrt sehr erleichtert, da weniger Planung vonnöten gewesen wäre. Ein unabdingbarer Faktor für den Erfolg der E-Mobilität: Ein einfach zu handhabendes Konzept. Aber ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

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