Ist die Ladesäule verstopft oder das Laden mit kaltem Akku

Im Juni habe ich mir einen gebrauchten Renault Zoe zugelegt. Das hatte mehrere Gründe: Die Lieferzeit für Neufahrzeuge betrug damals sechs Monate. Ich wollte für ein Experiment E-Mobilität nicht so viel Geld ausgeben. Und die neuen Zoe-Modelle waren nicht mehr mit einem 43 kW-Schnelllader auf Wechselstrombasis zu erhalten. Die neuen Zoes laden nur noch mit 22 kW.

Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich seither am Supermarkt um die Ecke am Schnelllader kostenlos laden kann. Zwei- bis dreimal pro Woche für eine halbe Stunde einkaufen, anstöpseln, fertig. So komme ich über die Runden. Und wir haben noch dazu immer frische Waren im Haus.

Jetzt ist es mir aber widerfahren, dass ich wie immer fröhlich an meine glücklicherweise freie und funktionierende Ladesäule vorgefahren bin und den Mennekes Typ 2-Stecker in meinen Zoe gesteckt habe. Kurz gewartet, das gewohnte Klacken in der Ladeseäule, gefolgt vom hochfrequenten Fiepen meiner Zoe beim Ladevorgang. bei 52 Prozent hatte ich ihn angestöpselt und ging dann wie immer fröhlich einkaufen.

Nach einer halbe Stunde war ich zurück. 82 Prozent standen im Display. Was ist denn hier los? Müsste doch längst bei 99 Prozent stehen. Was sagt die Säule? 5 kWh geladen in einer halben Stunde. Das macht Summasummarum eine Ladeleistung von 10 kW, also nur rund ein Viertel des Möglichen. Dann kam ich ins Grübeln und erinnerte mich an Berichte von E-Mobilisten im Internet. Ein kalter Akku lädt wesentlich langsamer.

Was war meine Ausgangssituation? 10 Grad Außentemperatur, ein Auto, das zwei Tage lang stand und dann nur 1 km gefahren wurde. Und schon war es Essig mit dem Schnellladen an der Schnellladesäule. So extrem hatte ich mir das nicht vorstellt. Wie gut, dass Schnellladesäulen in der Regel nur als Zwischenstopps auf Langstreckenreisen gedacht sind, bei denen niemand mit einem kalten Akku vorfährt.

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