Nachhaltigkeit

  1. längere Zeit anhaltende Wirkung
  2. Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.

So beschreibt der Duden das Wort Nachhaltigkeit. Dieses Wort findet jedoch in immer mehr politischen und wirtschaftlichen Bereichen Anwendung. Und das zu Recht. Trotzdem sehe ich wie auch die Referenz zur deutschen Rechtschreibung schlechthin die größte Relevanz dieses Begriffes im ökologischen Bereich, nämlich in der Energiewende.

Ich hatte in den vergangenen Tagen mehrere Erlebnisse, bei denen ich über den Sinn der Nachhaltigkeit nachdenken musste. In einem Gremium von Entscheidern, Denkern und Lenkern ging es um drastisch gestiegene Kosten für die Informationstechnik in unserem kommunalen Sektor. Nachdem jahrelang nur auf Sparflamme gewirtschaftet wurde, standen nun Kostensteigerungen im zweistellige Prozentbereich auf dem Plan, die es der Politik zu verkaufen galt. Immer wieder hörte ich von den Steigerungen in den Haushaltsplänen von 2015 zu 2016 und von 2016 zu 2017. Ich machte den Vorschlag, doch einmal die Kostensteigerung auf die letzten 12 Jahre zu verteilen, in denen nicht mehr im notwendigen Maße in die IT investiert wurde.

Ähnlich macht es Prof. Dr. Lesch in der ZDF-Wissenschaftsserie terra x. Er zerpflückte das Parteiprogramm der Alternative für Deutschland unter anderem im Punkt der CO2-Emissionen. Hier wurde die Kurve der Entwicklung des CO2-Ausstoßes zu den eigenen Propagandazwecken an zwei passenden Punkten abgeschnitten und schon konnte man eine stagnierende Mittelwertkurve ermitteln. Legte man als Datenquelle jedoch einen Zeitraum seit Beginn der 80er-Jahre bis heute zugrunde, zeigte sich ein deutlich drastischeres Bild des uns alle eigentlich bewussten Anstiegs des Ausstoßes schädlicher Treibhausgase.

Zwei Beispiele, wie Nachhaltigkeit ohne Weitsicht zu frappierend falschen Ergebnissen führen kann. Über den eigenen Tellerrand und über die atuelle Legislaturperiode hinaus zu denken muss das Ziel sein. Wir müssen uns Gedanken machen über das, was wir erreichen wollen, nicht über den nächsten Schritt. Denn der folgert sich recht schnell aus der langfristigen Zielsetzung.

Genau das trifft auch auf die Energiewende und die Elektro-Mobiität zu. Eins kommt nicht ohne das andere aus. Wie soll denn beides in 50 Jahren aussehen, nicht in 5 Jahren. Diese Frage müssen wir uns stellen. Der Film Power to Change liefert hierzu  wertvolle Gedankenansätze. Dezentalisierung, proaktive Propaganda und die verschiedenen Speichermöglichkeiten der regenerativen Energie wurden dort als maßgebliche Stützpfeiler der Energiewende propagiert.

Windkraftanlagen müssen flächendeckend in Einklang mit Mensch und Natur errichtet werden. Und der Mensch muss über die Technik in verständlicher Weise informiert werden. Deutschland als eines der dicht besiedeltsten Länder Europas bietet mehr als genug Fläche, auf der Windkraft-Parks keinen großen Eingriff in die Harmonie von Mensch und Natur bedeuten. Ebenso große Solarparks. Als Ergänzung zu den Möglichkeiten, über 1000 qkm an Dachfläche in Deutschland mit Fotovoltaik zu bestücken.

Es ist nicht notwendig, den Strom von den Offshore-Parks in Nord- und Ostsee quer durch die Republik und zum Unmut der Bevölkerung bis nach Bayern zu transportieren. Dort ist neben den variablen Faktoren Wind und Solar auch Wasserkraft als Konstante vorhanden.

Die konstanten Energiequellen wie Wind an der Küste und Wasserkraft in Gebirgslagen müssen die nicht permanent aber allerorten verfügbaren Energiequellen wie Wind und Sonnenenergie in Verbindung mit verschiedenartigsten großangelegten Speichermöglichkeiten ergänzen. Wir haben die Möglichkeiten und sollten auch schon jetzt bei der Entwicklung der Elektromobilität in diese Richtung denken.

 

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