Rückblende: Das ideale E-Auto – habe ich es gefunden?

In diesem früheren Artikel hatte ich mich mit den Kriterien des für mich idealen Elektroautos befasst. Nun scheine ich fündig geworden zu sein. Aber keineswegs bei einem der renommierten Fahrzeughersteller. Die reden derzeit zwar viel darüber, was einmal kommen soll, aber so richtig konkret ist dabei noch nichts herausgekommen. Anders bei einem jungen Müncher Startup-Unternehmen.

Zur Erinnerung, was macht ein für mich ideales E-Auto aus: Platzverhältnisse im Mittelklassesegment gepaart mit einer realen Reichweite von 250 km, die in einer halben Stunde nachgeladen werden können. Die Höchstgeschwindigkeit ist mir dabei egal, da ich eh von einem baldigen allgemeinen Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen ausgehe.

Die Firma Sono-Motors hat mit dem Sion ein Fahrzeug entwickelt, dass meine kühnsten Erwartungen sogar übertrifft. Neben den realen 250 km Reichweite und Auflademöglichkeiten von 50+x kW Gleichstrom und 11 / 22 kW Wechselstrom sorgt dieses Gefährt sogar selbst für die Erzeugung seines Fahrstroms.

Und dazu kommt noch, dass der Sion auch Strom abgeben kann. Wenn es die deutsche Gesetzeslage zulässt, könnte man ihn sogar als Hauskraftwerk verwenden. Den meisten Strom benötigen die Menschen im eigenen Heim, wenn sie abends zuhause sind. Und genau dann steht das Fahrzeug vor der Tür, vollgeladen mit regenerativer Energie.

Bis zu 30 km soll der Sion mithilfe der 7 qm großen Solarzellen auf Dach, Motorhaube und Türen an einem sonnigen Sommertag nachladen können. Wenn ich nicht die 7 km zu meinem neuen Arbeitgeber bei trockenem Wetter mit dem Fahrrad fahren würde, wäre das für mich ideal. Aber auch so bin ich von diesem Gedankenansatz begeistert. Denn für viele Stadtbewohner könnte das ein ideales Äquivalent zur Ladesäule darstellen. Wer fährt schon weiter als 30 km an einem Tag im dichten Stadtverkehr.

Für mich ist das wieder der typische Fall von “Alle sagten, dass das nicht geht, bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach machte.” Kurz gesagt: Die konventionellen Hersteller glauben nicht an den Erfolg eines solchen Konzepts und verwerfen es so schon in der Planungsphase wieder. Dabei bietet es sich doch so augenscheinlich an.

Der Sion kann für einen Betrag von 500 Euro reserviert werden. Das Geld wird bei Unterschrift des Kaufvertrags als Anzahlung für den Kaufpreis von 16.000 Euro mit Mietakku, resp. 20.000 Euro mit Kaufakku verwendet. In 2018 soll die Zulassung des Sion für den Straßenverkehr erfolgen. Sobald 5000 Reservierungen (aktuell 3723) eingegangen sind, startet die Produktion in 2019.

Sono-Motors ist auf einem guten Weg. Die nächsten Probefahrten in meiner näheren Umgebung werde ich sicherlich nutzen. Denn Sono-Motors verkörpert die von Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer in seinem Buch “Wer kriegt die Kurve  – Zeitenwende in der Autoindistrie” beschriebene Mobilitätswende.

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